Der Landeanflug
auf Peking am Mittag des folgenden Tages bietet einen ersten Eindruck von
den Dimensionen dieser Weltstadt. Ich stelle mir vor: Köln multipliziert
mit 13 oder das Ruhrgebiet en gros. Der neue Pekinger Flughafen ist kaum
von der Hochglanzarchitektur europäischer moderner Flughäfen
zu unterscheiden. Aus den Toilettenräumen allerdings weht angenehmer
Lotusduft. Die Gepäckausgabe geht unvergleichlich fix, sodass wir
nur kurze Zeit später im Bus zum Hotel sitzen. Schön, dass wir
einen Tag in Peking bleiben und erst am nächsten Tag weiterfliegen
nach Guilin im Süden Chinas.
Nach
einer kurzen Erfrischungspause fahren wir mit dem Hotelbus ins Zentrum
zu einem Stadtrundgang. Schon auf der Fahrt durch die Stadt gewinne ich
den Eindruck, dass hier so viel im Aufbruch ist, dass wir sicher in den
nächsten Jahren einiges von China hören werden, schon allein
wegen der Olympiade 2008. Die moderne Architektur von Geschäftsgebäuden
ist häufig geschickt mit traditionellen Elementen verbunden. Diese
Stadtteile unterscheiden sich kaum von westlichen Großstädten.
Volker
führt uns durch die älteren Stadtteile. Häuser mit Innenhöfen,
meist ohne sanitäre Einrichtungen und ohne Heizung. Die Winter in
Peking sollen sehr kalt sein. Ich liebe diese Gassen mit den Verkaufsständen,
an denen Obst, Gemüse, Gewürze, frisch gebackene Snacks angeboten
werden. McDonalds ist wirklich eine Beleidigung für chinesische Esskultur.
Kurze Zeit später habe bereits eine Tüte mit leckeren frisch
gerösteten Bohnen erstanden. Vielleicht, denke ich, kann mich dieses
Kraftfutter bei einer durchaus befürchteten Radler-Quälerei am
Berg einmal retten.
Und dann
- endlich - das erste richtige chinesische Abendessen. Darauf habe ich
mich so sehr gefreut. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen können
wir draußen sitzen. Volker erläutert die Gepflogenheiten bei
Tisch in China und gibt eine kleine Nachhilfe im Essen mit Stäbchen.
Na ja, bei dem Appetit werden auch die Finger geschickt. In China bestellt
nicht jeder für sich ein Gericht, sondern es werden so viele Gerichte
bestellt, wie Personen am Tisch sitzen. Die Speisen werden dann in die
Mitte des Tisches, meist auf eine drehbare runde Platte namens "Lazy
Susi", gestellt, sodass jeder von allen Gerichten kosten kann. Die
Vielfalt der frisch zubereiteten Gerichte kommt meinem genießerischen
Charakter sehr entgegen.
Am Ende
dieses Tages erfüllt mich das Gefühl, in jeder Hinsicht gut aufgehoben
zu sein.
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